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Zusammenfassung Diplomarbeit

Sozialräumliche Ausdifferenzierungsprozesse im Großwohngebiet Halle-Neustadt

Susanne Müller (Knabe)

Die ostdeutschen Großwohngebiete sind zehn Jahre nach der deutschen Einheit durch Bewohnerverluste und Wohnungsleerstände sowie tiefgreifende Prozesse der sozialen Ausdifferenzierung gekennzeichnet. Die Zielsetzung des vorliegenden Beitrages besteht darin, am Beispiel von Halle-Neustadt – dem drittgrößten Großwohngebiet der ehemaligen DDR – die Ausdifferenzierung sozialräumlicher Strukturen in den großen Plattenbaugebieten der neuen Bundesländer aufzuzeigen.
Anhand empirischer Befunde zur baulichen und soziodemographischen Binnenstruktur sowie der Einschätzung durch die Bewohner soll der Nachweis erbracht werden, dass die Großwohngebiete Ostdeutschlands keine homogenen Siedlungseinheiten darstellen sondern in sich differenzierte Quartiere sind. Als Betrachtungsebenen dienen die Gebäudetypen und Wohnkomplexe.
Vor dem Hintergrund der Besonderheiten der Entstehung des Untersuchungsgebietes Halle-Neustadt werden zunächst einzelne Aspekte (Leerstand, Bewohnerstruktur, Wohnzufriedenheit) in ihrer Differenziertheit im Großwohngebiet dargestellt. Anschließend erfolgt eine Zusammenführung der Einzelaspekte zu einer Gesamtbewertung der Analyseebenen Gebäudetypen und Wohnkomplexe. Damit einher geht die Formulierung von „Quartiersgruppen“ als eine Möglichkeit der Interpretation der Ergebnisse.
Insgesamt zeigt diese Untersuchung, dass bezüglich der verschiedenen räumlichen Ebenen in Halle-Neustadt deutlich erkennbare Ausdifferenzierungsprozesse stattgefunden haben und weiterhin stattfinden. Großwohngebiete sind somit Orte sozialräumlicher Ausdifferenzierung und auf keiner räumlichen Ebene in sich homogene Gebiete sind. Ihre Bewertung sowie die Formulierung von Handlungsstrategien zur Weiterentwicklung ostdeutscher Großwohngebiete sollte demnach kleinräumig differenziert vorgenommen werden.

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